Schlaganfall
Freitag, 20. Juni 2008

Schlaganfall: Computertherapie bringt Sehfähigkeit zurück
Forscher belegen mit Hilfe von Kernspinaufnahmen den Nutzen einer speziellen Sehtherapie

Patienten nach einem Schlaganfall oder einem Schädel-Hirn-Trauma können mit Hilfe der so genannten visuellen Restitutions-Therapie (VRT) die Gehirnaktivität steigern, berichten Forscher der Columbia University in Neurorehabilitation and Neural Repair. Die VRT ist eine speziell für hirngeschädigte Patienten entwickelte Sehtherapie, mit der verlorene Sehfähigkeiten wieder erlangt werden können. Randolph Marshall und seine Kollegen untersuchten sechs Patienten zwischen 35 und 77 Jahren, die Sehverluste durch Schlaganfälle oder Unfälle erlitten hatten. Allen sechs Patienten fehlte im Gesichtsfeld auf beiden Augen die gleiche Seite, sie konnten also zum Beispiel die linke Hälfte des Gesichtsfeldes nicht mehr sehen. Die Patienten wurden mit einer funktionellen Kernspintomographie untersucht, bei der der Energieverbrauch im Gehirn dargestellt werden kann. Bei der visuellen Restitutionstherapie üben die Patienten zuhause an einem Bildschirm das Sehen. Im Ergebnis stieg bei den untersuchten Patienten nach einigen Wochen Training die Aktivität in jenen Gehirnbereichen, die für das Sehen an der Grenze des normal funktionierenden zum nicht mehr vorhandenen Teil des Gesichtsfeldes arbeiten. "Diese Studie macht Mut, weil die Magnetresonanztomographie uns die Aktivität in bestimmten Gehirnregionen vor und nach der VRT vergleichen lässt", sagt Marshall. "Die ansteigende Aktivität zeigt den Fortschritt im Zusammenhang mit der Behandlung." Die Forscher wollen weiter untersuchen, wie gut die Aufnahmen den Fortschritt beim Sehen der Patienten darstellen.
Quelle: Neurorehabilitation and Neural Repair/GesundheitPro.de